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Wanderausstellung "In Lagern"

Wanderausstellung "In Lagern" gastiert im Kreishaus Vechta, Gruppen müssen sich im Vorfeld anmelden.

"In Lagern" ist der Titel einer Ausstellung, die vom 13. September bis zum 21. Oktober 2021 auf Initiative des Bundes der Vertriebenen (BdV) im Kreishaus Vechta zu sehen ist. Die vom Bundesministerium des Innern unterstütze Ausstellung widmet sich einem in der Öffentlichkeit wenig bekannten Kapitel der europäischen Geschichte, nämlich der Verschleppung deutscher Zivilisten in den damaligen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten sowie ihrer Internierung in Lager. Wegen der Corona-bedingten Zugangsbeschränkungen für öffentliche Gebäude müssen sich interessierte Gruppen im Vorfeld bei der Kreisvorsitzenden des BdV, Ingrid Kathmann, unter 04442/5759 oder BdV.Kathmann@gmx.de anmelden. Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln sowie eine Maskenpflicht.

Die Ausstellung will das als allgemeines Kriegsfolgenschicksal jahrzehntelang unterbewertete und politisch ausgeklammerte Schicksal der Betroffenen ins öffentliche Bewusstsein bringen. Sie beschreibt die politische Ausgangssituation, die Motive für die Lagerbildung, die verschiedenen Lager sowie die dortigen Lebensbedingungen. Zitate von Zeitzeugen und deren Erinnerungen in dokumentarischer und literarischer Form machen die Ausstellung und das persönliche Empfinden trotz fehlender Bilder über die Lager und das Lagerleben erlebbar. Der Schlussteil der Ausstellung ist der Aufarbeitung dieses Themas in den betreffenden Staaten gewidmet und zeigt auf, wie durch unterschiedliche Initiativen, auch der Betroffenen, Wege zur Verständigung über Grenzen und Nationalitäten hinweg gesucht und gefunden werden.

Begleitend zur Ausstellung werden zwei Zeitzeugenfilme gezeigt, in denen Betroffene von ihren Erlebnissen in Lagern berichten und von ihren Bemühungen, das Erlebte zu verarbeiten und das Gedenken an die ungezählten Opfer aufrecht zu erhalten. Die Besucher der Ausstellung können auch ins Bücherregal greifen und sowohl historische Hintergründe vertiefen, als auch Einzelschicksale nachlesen.

Es waren meist Frauen, Jugendliche, Kinder und alte Menschen, deren Verschleppung und Internierung als Massenphänomen im rechtsfreien Raum stattfanden, ohne individuelle Anklage oder Urteil. Aus Sicht der Sowjetunion stellte die Arbeitskraft der deutschen Zivilpersonen eine Form der zu leistenden Reparationen dar. Zudem war die Ausbeutung von menschlicher Arbeitskraft zum Aufbau der Sowjetunion als Wirtschaftsmacht schon längst Praxis.

Im Zuge der Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands 1945 wurden über eine Million deutscher Zivilisten in Lager verschleppt. Sie stammten aus den damaligen deutschen Ostgebieten, aus Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien, aber auch aus der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR und wurden innerhalb ihrer Heimatgebiete interniert und/oder in die Sowjetunion verschleppt.

In der Sowjetunion wurden die Deutschen an der Wolga und in anderen Siedlungsgebieten bereits nach dem Überfall durch die Wehrmacht 1941 zunächst in Gebiete östlich des Urals deportiert. Die Gesamtzahl der deportierten Deutschen innerhalb der Sowjetunion wird auf rund 1,1 Millionen Menschen geschätzt. Die Ursachen von Deportation und Ausbeutung deutscher Zivilisten stehen im engen Zusammenhang mit den vorausgegangenen Verbrechen des NS-Regimes an den Menschen in vielen Völkern Europas. Neben vielen Millionen Kriegstoten sind schätzungsweise 12 bis 14 Millionen Menschen durch verbrecherische Maßnahmen und die Vernichtungs- und Rassenpolitik des nationalsozialistischen Regimes zu Tode gekommen.

Ebenso wie die sehr erfolgreichen Vorgängerausstellungen "Erzwungene Wege – Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts" (2006), "Die Gerufenen – Deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa" (2009), "Angekommen – Die Integration der Vertriebenen in Deutschland" (2011), "Verschwunden – Orte, die es nicht mehr gibt" (2016) sowie die Gesamtschau "Heimatweh" (2012) wird auch diese Ausstellung des BdV als Wanderausstellung in der gesamten Bundesrepublik gezeigt.

Veranstalter

Landkreis Vechta
Ravensberger Straße 20
49377 Vechta
E-Mail: info@landkreis-vechta.de
Telefon: 004441 8981037
Webseite: www.landkreis-vechta.de/

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