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Beverbrucher Begegnung sucht Gäste

Vor Corona-Pandemie war die Einrichtung immer gut besucht. Verantwortliche werben auch um Ehrenamtliche.

Zug um Zug werden die passenden Zahlen aneinandergereiht, die älteren Damen necken sich, lachen zusammen und halten während des Spiels Klönschnack. So sieht ein normaler Vormittag in der Beverbrucher Begegnung aus. Die Stimmung bei den Senior*innen ist gut, die kleinen Sorgenfalten der Verantwortlichen bemerken sie gar nicht.

"Corona hat einiges verändert", gibt Otto König, Vorsitzender der Beverbrucher Begegnung, offen zu. Zählte die Einrichtung vor der Pandemie noch 25 Gäste, die gleich mehrere Zeiten in der Woche gebucht hatten, sind es aktuell nur 18, "die zum Teil alle nur einen Vormittag oder einen Nachmittag kommen", informiert Christel Bramlage. Das seien zu wenig Gäste, um die Kosten zu decken.

Die Pandemie habe dazu beigetragen, dass viele ehemalige Gäste "körperlich stark abgebaut haben, zudem mussten wir mit ansehen, wie sich die Einschränkungen auf einsame Menschen ausgewirkt haben", sagt König. Es sei sicherlich auch nicht von Vorteil gewesen, "dass wir in dieser Zeit keine verlässlichen Öffnungszeiten anbieten konnten, immer wieder mussten wir wegen der diversen Auflagen schließen. Damit wir dauerhaft weitermachen können, müssen zu den Öffnungszeiten jeweils sieben oder acht Gäste da sein, diese Zahl erreichen wir aktuell nicht."

Obwohl die Beverbrucher Begegnung weit über die Garreler Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist und einen sehr guten Ruf genießt, "müssen wir die Werbetrommel rühren, um neue Gäste zu gewinnen, aber auch um Ehrenamtliche zum Mitmachen zu motivieren", sagt Bramlage. Aktuell zählt das Team vier Hauptamtliche, die auf 520-Euro-Basis angestellt sind, zehn ehrenamtliche Helfer/innen, die teils älter als 70 Jahre sind, und weitere zehn Ehrenamtliche, die den Fahrdienst übernehmen. Denn der Verein hat eigens einen Bus angeschafft, mit dem die Frauen und Männer aus der Gemeinde Garrel und im weiteren Umkreis von 10 Kilometern abgeholt und auch wieder zurückgebracht werden können. Die Dienstpläne werden von einer Hauptamtlichen geschrieben, in einer WhatsApp-Gruppe können Wünsche geäußert oder untereinander Schichten getauscht werden.

"Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, muss keine Angst haben, Toilettengänge oder Ähnliches mit den Senioren übernehmen zu müssen. Wir Ehrenamtlichen sind für den Spaß zuständig", erklärt Edeltraud Preuth und Christel Bramlage ergänzt: "Wir wollen mit unserer Einrichtung Menschen aus der Isolation, aus der Einsamkeit holen und Angehörige entlasten. Es geht wortwörtlich um die Begegnung, um gute Gespräche, um Geselligkeit, aber auch um das Gefühl gebraucht zu werden. Wer etwa noch gerne Kartoffeln schält oder Gemüse klein schneiden mag, darf uns immer gerne beim Kochen des gemeinsamen Mittagessens unterstützen."

Regelmäßig werden auch kleinere Ausflüge angeboten. Einmal im Monat kommen Jungen und Mädchen des Kindergartens zu Besuch, die bei den Senior*innen für strahlende Augen sorgen. Feiertage wie Ostern oder Weihnachten werden besonders gefeiert, auch findet jedes Jahr eine Maiandacht statt. Zudem kommt Rosie Schröder von der Singburg aus Vechta regelmäßig vorbei, um gemeinsam mit den Frauen und Männern Lieder von früher zu singen.

Nicht immer gehe es um ein aufwändig vorbereitetes Programm. "Oft machen wir uns im Vorfeld viele Gedanken, was wir den Menschen anbieten können, aber am Ende sind sie einfach nur dankbar, dass sie sich austauschen und schnacken können", berichtet Christel Bramlage von ihren Erfahrungen. Denn häufig sei es so, dass man im Alter auch zunehmend einsamer werde. "Die Kinder sind aus dem Haus, der Partner lebt womöglich nicht mehr. Diese Menschen sind es, die wir ansprechen wollen. Viele Senior*innen tun sich auch schwer, zu uns zu kommen, weil sie uns mit einer Pflegeeinrichtung vergleichen und nicht auf Hilfe angewiesen sein wollen. Wir sind aber keine Tagespflege."

Wer sich ein Bild von der Beverbrucher Begegnung machen will, kann auch erst einmal zum Schnuppern kommen, erst beim dritten Besuch wird ein Unkostenbeitrag fällig, der meist von der Pflegekasse übernommen wird, "hier beraten wir die Angehörigen auch", sagt Bramlage. Ein Vormittag kostet beispielsweise 22 Euro, ein Nachmittag 16 Euro. Wer die Busfahrt in Anspruch nimmt, zahlt noch mal 5 Euro extra. Finanziert wird das Projekt unter anderem von Landeszuschüssen und den Beiträgen, "natürlich sind wir auch auf Spenden angewiesen", sagt Otto König.

Info:
Die Beverbrucher Begegnung ist an vier Tagen in der Woche geöffnet. Montags von 9:00 bis 13:00 Uhr, mittwochs von 9:00 bis 17:00 Uhr, donnerstags von 14:30 bis 18:00 Uhr und freitags von 9:00 bis 13:00 Uhr.
Zu diesen Zeiten gibt es auch Informationen unter 04474/5052971
Das Spendenkonto DE86 2806 1501 0219 7448 00 (VR-Bank Südoldenburg)

Veranstalter

Beverbrucher Begegnung e.V.
Beverbrucher Damm 55a
49681 Garrel
Telefon: 04474 5052971

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